XBox 360: DiRT 3

Ich dachte eigentlich, dass die Codemasters nach DiRT 2 keinen „McRae“-Titel machen wollten. Und um genau zu sein haben sie das auch nicht. Denn der Nachfolger heisst schlicht und einfach „DiRT 3“ und damit hat sich einiges geändert. Komplett anderes Interface, komplett anders ablaufender Story Modus und komplett andere Strecken, sozusagen eine „Kehre Links“. Die DiRT Tour…

xb360_colindirt3a…ist wie schon im Vorgänger sozusagen der Einzelspielermodus. Das neue Interface setzt, vielleicht weil es der dritte Teil ist, primär auf Dreiecke. So besteht jede Saison aus vier Dreiecken oder eben „Event“ mit mehreren Rennen und einem Final sowie einem Showcase. Im Laufe der Events sammelt man „Rufpunkte“ je nach Rennabschluss und Zielen die man erfüllt um schliesslich den nächsten Event freizuschalten. Das einfachste Prinzip der Welt, aber immerhin in einem schöne Grafik verpackt. Schade ist, dass man nicht mehr sein eigener Chef ist und Autos kaufen / upgraden kann. Man wählt lediglich ein Rennteam und fährt unter deren Haube mit einem vorgegebenen Fahrzeug. Im Laufe der Karrieren, wenn der Ruf steigt, wird natürlich auch die Nachfrage bekannterer Teams grösser. Aber die haben soweit ich das beurteilen kann nicht die besseren Fahrzeuge und es gibt gefühlt auch nicht mehr Punkte für ein höher bewertetes Team zu fahren. Das fand ich etwas schade, denn das trägt nicht gerade zur Langzeitmotivation bei. Cool ist aber, dass man ein Rennen jeweils in verschiedenen Klassen fahren kann: 60s, 70s, 80s, S2000 und so weiter. Wer also Lust hat, mal ein Rennen in einem 60er Jahre Fiat zu fahren, der kann das durchaus tun. Doch Vorsicht: Nur weil die Autos steinalt sind, fahren sie nicht langsamer.

Neue Strecken und Rennmodi

xb360_colindirt3hDie Strecken sind im Vergleich zum Vorgänger alle neu. Jedenfalls konnte ich mich an keine der Strecken erinnern, obwohl ich DiRT 2 erst vor kurzem wiedermal durchgespielt habe. Ebenfalls neu sind Rennen bei Schnee und Eis. Und ääh… die Werbung hat doch angepreist, dass sich die Bedingungen während dem Rennen ändern können? Davon merkte ich leider nichts. Kann natürlich sein, dass man dafür noch einen höheren Schwierigkeitsgrad einstellen muss. Auch was die Rennmodi anbelangt haben die Codemasters sich was neues ausgedacht. Gymkhana und Head2Head heissen die neuen Rennen. Wobei Rennen bei ersterem das falsche Wort ist. Bei Gymkhana geht es darum Tricks wie Drifts, Donuts und Jumps zu absolvieren. Das natürlich so nahtlos und schnell wie möglich um am Ende nach Punkten zu siegen. Eher unspannend ist Head2Head: Es handelt sich hier um einen eins gegen eins Ausscheidungskampf, wobei auf Strecken gefahren wird, wo beide Fahrer an unterschiedlichen Orten starten und sich damit nicht in die Quere kommen. Langweilig wird das aber, weil man durch die Ausscheidung im Prinzip bis zu dreimal dieselbe Strecke fahren muss.

Es ist wunderschön

Eigentlich müssen sich die Entwickler/Designer nicht viel neues überlegen: Autos? Gibt’s schon. Strecken? Gibt’s schon. Teams? Gibt’s schon. Umso mehr Zeit steht zur Verfügung um die Elemente auch gut umzusetzen. Tja, das Resultat kann man sehen. Die Grafik wurde zwar (zumindest auf der Xbox) nicht massgeblich verbessert, entspricht aber nach wie vor höchsten Standards in diesem Genre. Das Wetter, Lichteffekt, Schatten, es sieht alles beinahe wie echt aus. Die Autos sind sehr schön umgesetzt und die Strecke? Als wäre man vor Ort. Was das angeht kann ich nur ein Lob aussprechen und einen Kranz verleihen.

xb360_colindirt3fAuch ganz OK ist die musikalische Untermalung. Während im letzten Teil noch rockige/punkige Songs durch die Menus führen, kommen diesmal auch Electro/Techno Liebhaber nicht zu kurz. Natürlich nicht während den Rennen, dort zählt nur der Motorensound und das schreien der Reifen in einer engen Kurve. So muss das sein. Auch cool ist, dass einem die drei Damen und Herren die einem auf der Tour begleiten wahlweise mit einem echten Namen ansprechen (In der Liste sind ein paar hundert Namen). War zwar im letzten Teil schon so, ist aber ganz witzig. Leider habe ich keine Ahnung mehr wer die drei Begleiter sind, jedenfalls quatschen die vor und nach dem Rennen ein bisschen. Ganz nett, aber ohne ginge auch.

Fazit

Natürlich: Wenn man DiRT 2 bereits kennt, kommt einem vieles bekannt vor, denn die eigentlichen Rennen sind ja gleich geblieben. Die Fahrphysik zum Beispiel bietet keine neue Experience. Lediglich die Schwierigkeitseinstellungen können noch krasser als im Vorgänger eingestellt werden. Sicher empfehle ich das Spiel auch denen die DiRT 2 schon kennen. Vor allem aber ist das Ganze für die Interessant die einfach verrückt nach dieser Art von Rennsport sind und eine sehr gute Umsetzung davon spielen wollen. DiRT 3 weiss technisch komplett zu überzeugen. Lediglich der etwas eintönige Saisonablauf ist definitiv langweiliger (aber nicht schlecht!) umgesetzt als beim Vorgänger wo man mehr oder weniger beliebig herumjetten konnte und die Wagen aus der eigenen Kasse bezahlte.

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