Dark Souls – Sadismus pur

Dark Souls Screenshot 1Das von From Software entwickelte und von Namco Bandai vertriebene Dark Souls gibt an, das schwierigste Game des Jahres zu sein. Man soll tausend Tode sterben. Unausweichlich. Man soll lernen aus den Fehlern, die man macht. Das ist so natürlich nicht ganz richtig. Dark Souls ist von meinem bescheidenen Standpunkt aus mindestens das schwierigste Game des Jahrzehnts. Tausend Tode? Ich habe jetzt 25 Spielstunden, bin bei ca. 30% und bin gefühlt eine Million mal armselig verreckt. Alleine fünfzig mal durch die Hand des Bosses bei dem ich gerade feststecke.

Ich hab‘ bei den vielen Nerven die ich verloren habe ganz vergessen warum, aber am Anfang des Spiels sitzt man in einem Kerker und seucht vor sich hin. Wohlgemerkt in Form eines Untoten und nicht etwa in der menschlichen Form die man Minuten zuvor nahezu frei gestalten konnte. Die Gestalt kriegt man ohnehin nicht oft zu sehen. Wie es der Zufall will, wird durch ein Loch in der Decke ein „Kumpel“ eingeliefert. Der hat per Zufall einen Kerkerschlüssel dabei und wir können ohne grosse Mühen ausbrechen. Per Nachrichten am Boden wird einem dann Schritt für Schritt erklärt wie das Spiel funktioniert. (Und mit Kumpel meine ich einen Zombie der euch töten will).

Dark Souls Screenshot 2Doch schon nach wenigen Minuten des Spielens ist der erste, ich wiederhole der erste Gegner ein Boss. Und was für ein dicker. Ich prügle mich erstmal fünf bis zehn mal zu Tode bis ich merke, dass da eine Nische ist durch die ich flüchten könnte. Aber soweit muss man erst kommen. Das Ausweichen muss gelernt sein. Sitzt ein Treffer des ersten Bosses segnet man das zeitliche. Und das ist – ohne gute Verteidigung – auch bei normalen Gegnern oft der Fall.

In Dark Souls wird man mit der Zeit schon stärker. Aber wenn man nach 25 Spielstunden mal wieder im ersten Dungeon ist und auf die „schwachen“ Gegner einfach reinhaut ohne zu verteidigen… tja dann kann man trotzdem noch mit wenigen Treffern dabei umkommen.

Auch sonst ist das Spiel Sadismus pur

ps3_darksoulsaAber hey. Schwierige Gegner wären ja eines. Eine Herausforderung. Eine Geduldsprobe. Aber noch nicht unbedingt ein Grund die nerven zu verlieren, oder? Nein. Aber da gibt es noch andere Gründe: So richtig speichern kann man nicht. Es wird im Prinzip automatisch gespeichert. So regelmässig, dass man niemals zu einem vorherigen Punkt zurücksetzen und es nochmal versuchen kann. Für getötete Gegner kriegt man Seelen, das Geld von Lordran um Gegenstände zu kaufen oder im Level aufzusteigen. Stirbt man, ist alles weg. Ausser man geht nochmal dahin zurück ohne zu sterben, dort liegt alles noch am Boden. Aber da wurde man ja vorhin gekillt. Die Chancen die Seelen zurückzuholen sind deshalb oft recht gering. Gerade bei Bosskämpfen.

Apropos Gegenstände kaufen. Heiltränke? Gibt es nicht. Es gibt die sogenannten Leuchtfeuer. Viel zu selten trifft man diese sagenhaften Dinger. Dort kann man sich ausruhen und heilen. Damit erwachen aber auch alle Gegner wieder zum Leben. Und dorthin kommt man zurück, wenn man stirbt. Nicht selten, muss man um sich einem Boss zu stellen jedesmal durch den ganzen Dungeon rennen und alle Gegner erneut töten. So ist der Seelenverlust dann auch schön hoch. Argh. Aber ich habe mich dran gewöhnt. Am Leuchtfeuer kann man auch sein Estus-Flakon füllen. Dieses beinhaltet immerhin fünf Schlucke einer heilenden Substanz. Leider meist aufgebraucht bevor man bei einem Boss ist.

Zum Glück gibt es den Koop Modus

Dark Souls Screenshot 4Oder doch nicht? Bei mir hat der trotz diverser Anleitungen die ich gelesen habe nicht funktioniert. In vielen Foren grassiert die Meldung, dass das bei Xbox360 Spielern (noch) nicht geht. Für mich klingt das viel eher nach einem weiteren Akt der Bosheit. Oft denkt man sich: Leck mich am Arsch ist das schwierig, könnte ich doch nur jemanden herbeirufen der mir hilft! Tja leider gibt’s das Feature nur in der Theorie, ich konnte es bis zu meiner Review Deadline nicht ausprobieren.

Was immerhin funktioniert: Solange man online ist, sieht man am Boden die Nachrichten anderer Spieler. So wird man von Hinterhalten und Bossen gewarnt, aber auch auf Schätze hingewiesen die gut versteckt sind. Doch selbst wenn man weiss, dass in Kürze jemand (oder etwas) aus dem Hinterhalt hervorspringt: Nützt nur selten was. Der Überraschungseffekt ist zumindest bei mir noch gross genug, dass ich vor lauter Stress niedergemetzelt werde.

Waffen, Rüstungen und cetera

Nun gibt es in diesem Spiel auch Waffen und Rüstungen die es zu verbessern gilt. Es gibt auch einige von Natur aus recht starke Waffen, wie etwa das Drachenschwert, welches man recht früh im Spiel bekommt. Ohne dieses Gerät wäre ich wohl immer noch im ersten Dungeon.

Die Sache ist die: Verbessert man die Waffen nicht, stirbt man. Verbessert man die Rüstung nicht, stirbt man. Schmiede findet man aber nur so selten, dass man manchmal eine kleine Weltreise auf sich nehmen muss um die Waffen zu verbessern. Und man muss die nötigen Seelen und Gegenstände besitzen. Die kleine Scherbe, die man zu Anfang des Games in rohen Mengen benötigt ist natürlich erstmal der seltenste Gegenstand überhaupt. Doch obacht: Der zweite Schmied den Ihr findet, bietet sie zu einem „moderaten“ Preis zum Kauf an.

Hat das Spiel jetzt was gutes?

ps3_darksoulshIch könnte mich noch stundenlang über die Gemeinheiten dieses Spiels beschweren. Denn es gibt noch weitere Fiesheiten wie z.B. Flüche, doch… lassen wir das mal. Aber in Wahrheit ist Dark Souls eines der besten Rollenspiele dieser Ära, wenn man denn den Nerv dazu hat. Nach zwei Stunden verliert man die Nerven, schmeisst den Controller aufs Sofa. Aber eine Stunde später will man es wieder versuchen. Das ist bei mir selbst nach 25 Spielstunden noch so. Und mal ehrlich: Viele Games spielt man in der Zeit zweimal durch. Wenn ich bedenke, dass ich laut Komplettlösung bei ca. 30% liege, habe ich da noch einige Stunden vor mir.

Fazit – Hart aber herzlich

Dark Souls behält dich bei der Stange. Es ist eine neue Herausforderung, vielleicht das, was einige Gamer unter uns mal wieder brauchen. Ein Spiel das dich nicht bis zum Ende durchboxt. Dark Souls ist das Gegenteil, ein Spiel, dass dich bis zum Ende ins Gesicht boxt. Immer und immer wieder. Glaubt mir oder nicht: Das motiviert, man will gewinnen. Man will diesen dämlichen sadistischen Entwicklern zeigen dass man es kann! Ich hab noch viel vor in meinem Leben. Auf meinem Grabstein muss im Disclaimer aber mindestens stehen, dass ich dieses Game besiegt habe.

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